Arbeiten und Reisen: Wie packe ich es an und bewerbe mich im Ausland?

Bei der Frage nach dem Wie tauchen bei Dir wahrscheinlich unzählige weitere Fragen auf: Welche Qualifikationen brauche ich dafür? Wie läuft das mit dem Vorstellungsgespräch? Besser anrufen oder im Urlaub direkt vorbei gehen? Eins kann ich Dir vorab sagen, dass kann man nicht pauschalisieren, weil es in der Regel sehr unterschiedlich läuft. Ich erzähle Dir aber sehr gerne, wie das bei meinen Jobs ablief und gebe Dir hilfreiche Tipps zur Bewerbung und der Herangehensweise.

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In erster Linie brauchst Du natürlich die richtigen Qualifikationen. Ich hatte mich nur auf Jobs beworben, für die ich die richtigen Qualifikationen mitbrachte. Beispielsweise bin ich gelernte Industriekauffrau, Ayurveda Massage Therapeutin und habe ein journalistisches Studium.

In der Stellenausschreibung musst Du nicht zwingend alle Anforderungen erfüllen. Doch die Punkte, die an erster Stelle stehen sind ein Must. Wenn Spanisch meinetwegen mit an vorletzter Position steht, kannst Du davon ausgehen, dass das nicht so entscheidend ist, wie das was davor steht. Also trotzdem bewerben und Deine Stärken für die Stelle hervorheben!

Wenn Du unbedingt einen Job in einem bestimmten Sektor möchtest, aber nicht die gewünschten Qualifikationen mitbringst, musst Du sie Dir aneignen: Weiterbildung, Fernstudium, Webinare, eBooks, Video Tutorials etc.

Ein weiterer Tipp von mir: Frag auch bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer des jeweiligen Landes nach der Liste der dort ansässigen deutschen Firmen an. Dann schaust Du auf die Website der Unternehmen, ob vielleicht Stellen ausgeschrieben sind oder Du bewirbst Dich initiativ.

Falls Du in Erwägung ziehst auszuwandern, würde ich vorab zwei bis drei Wochen Urlaub am Zielort machen. Mit 20 wollte ich unbedingt auf Gran Canaria leben und arbeiten. Ich flog runter, machte mir ein Bild von der Umgebung. Im Vorfeld recherchierte ich schon potentielle Hotels für die ich gerne arbeiten würde. Daraufhin ging ich persönlich dort vorbei. Das kostet Überwindung, aber es ist reine Übungssache. Während es beim ersten Hotel noch holprig lief, sah es bei dem Dritten schon anders aus. Lege Dir das Gespräch vorher in den Mund und übe es ein paar Mal vorm Spiegel.

Wenn niemand zu sprechen war, holte ich mir eine lokale Sim-Karte und rief dort an. In der kurzen Zeit (zwei Wochen) und dafür, dass es auch noch so ad-hoc war, hatte ich zwei Gespräche mit Hoteldirektoren. Leider reichten damals meine Erfahrungen nicht aus. Wie mir aber der Einstieg als Globetrotter trotzdem gelang, kannst Du in meinen drei Posts „Mein Weg ins Nomadentum“ lesen.

Für alle Deine Bewerbungen solltest Du nach Möglichkeit den richtigen Ansprechpartner mit Kontaktdaten recherchieren. Das zeigt zum Einen, dass Du Dich mit dem Unternehmen auseinander gesetzt hast und zum anderen gerät die Bewerbung an die richtige Person. Hierbei helfen auch die Business-Netzwerke Xing und Linkedin.

Work at the beach

Das A und O ist im jeden Fall dann eine repräsentative Bewerbung.

·      Ich tendiere zu einem Layout mit eindrucksvollem Foto und wirkungsvollem Bewerbungsdesign. Tipps dazu findest Du hier. Aber nicht vergessen: Noch wichtiger als ein geiles Layout ist natürlich der INHALT.

·      Heb dich von der Masse ab! Verzichte auf Floskeln wie „..hiermit bewerbe ich mich….“, „….mit großem Interesse…blablabla…“. Ist der Einstieg langweilig, kannst Du davon ausgehen, dass der Personalleiter gar nicht erst weiter liest. Sei kreativ und schreibe interessant. Unter Umständen darf es auch ein wenig provokativ oder witzig sein. Das hängt jedoch sehr von der Branche ab.

·      Signalisiere ernsthaftes Interesse! Der erste Absatz ist der Teaser, um überhaupt Aufmerksamkeit zu erzeugen. Warum willst Du den Job? Welche Vorteile bringst Du dem Unternehmen? Da kommen wir direkt zum nächsten Punkt.

·      Lies die Stellenausschreibung GRÜNDLICH und gehe auf die gewünschten Anforderungen im Schreiben ein. Warum bist ausgerechnet Du der Richtige für den Job?

·      Schreibe nicht einfach Deine Stärken auf wie Teamfähigkeit, Lernbereitschaft, Organisationstalent usw. Lege es mit Beispielen dar. Verflechte Deine Stärken mit Praxisbeispielen und Erfahrungen. „Mein Organisationstalent konnte ich bei dem Projekt XY als XX unter Beweis stellen, bei der ich…“.

·      Bekräftige zum Schluss noch mal Deinen Wunsch für das Unternehmen zu arbeiten. Falls Du Dich im Ausland befindest und nicht die Möglichkeiten hast zu telefonieren, schlage direkt vor, dass ihr gerne ein persönliches Gespräch über Skype oder auch ein anderes Tool führen könnt und Du Dich über eine Rückmeldung freust. Ich hatte beispielsweise, als ich in Singapur wohnte und zurück nach Deutschland wollte, zwei Vorstellungsgespräche mit deutschen Unternehmen via Skype. Jobinterviews über Video sind in der heutigen digitalen Welt nicht mehr unüblich.

·      Halte Dich kurz und prägnant. Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Din A4-Seite sein bei einem Schriftgrad von 11/12/13.

·      Achte auf Rechtschreibung und lasse ggf. jemanden gegenlesen. Vielleicht schläfst Du auch eine Nacht drüber. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, gerade wenn man den Text selbst formuliert hat. Ist mit dem Bloggen nicht anders ;).

 

Quelle: Trendhunter.com

Quelle: Trendhunter.com

Neben einer repräsentativen Bewerbung spielt der Lebenslauf eine wichtige Rolle:

·      Persönliche Daten sollten klar sein. Übrigens muss man Familienstand, Religionszugehörigkeit wie auch Geburtsdatum nicht mehr erwähnen.

·      Bei den Berufserfahrungen setzt sich immer mehr der „amerikanische“ Stil durch. Das heißt, Du nennst die aktuelle Position zuerst. Die Chronologie erfolgt rückwärts. Somit sieht der Personalleiter sofort, was Du aktuell machst.

·      Füge zu jeder Position eine kurze Tätigkeitsbeschreibung in drei bis fünf Bulletpoints darunter. Hier kannst Du auch wichtige Projekte oder Kampagnen nennen.

·      Die akademische oder schulische Ausbildung kommt am Ende, ebenso wie weitere Qualifikationen (IT-Kenntnisse, Sprachen, Weiterbildungen etc.)

·      Manchmal kann es auch hilfreich sein, Interessen und Hobbies einzufügen, wenn sie für den Job relevant sind. Für den Tourismusbereich zum Beispiel macht es einen guten Eindruck Sportaktivitäten oder als persönliche Leidenschaft Reisen zu erwähnen.

Bist Du jetzt startklar? Dann schick Deine Bewerbungsunterlagen ab.

Hast Du nach ein oder zwei Wochen noch nichts gehört? Dann fass freundlich noch mal nach, ob die Bewerbung angekommen ist. Oft ist es tatsächlich so, dass bei der heutigen Masse an Bewerbungen, die eine oder andere untergeht. Wenn Du die Möglichkeit hast anzurufen, würde ich das immer vorziehen. Das wirkt persönlicher und Dein Gegenüber kriegt direkt ein Bild von Dir. Somit bleibst Du bei demjenigen auch eher im Gedächtnis haften.

In meinem Artikel „Erfolgreich Reisen und Arbeiten: 30 internationale Jobbörsen zeigen Dir Möglichkeiten auf“, findest Du weitere hilfreiche Tipps zu dem Thema.

Hast Du noch weitere Fragen dazu, die ich vielleicht nicht beantwortet habe? Dann schreib mir :).

 

 

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2 Gedanken zu „Arbeiten und Reisen: Wie packe ich es an und bewerbe mich im Ausland?

  1. Super interessanter und hilfreicher Artikel! Dankeschön. 🙂
    Mir ist immer wichtig, ehrlich und authentisch rüberzukommen. Es ist ja keine Schande, wenn man nicht alle Anforderungen zu 101% erfüllt und jedes Programm in allen Einzelheiten beherrscht. Letztendlich sind häufig ja auch die Soft Skills entscheidend, an denen man immer arbeiten kann und sollte. Sozialkompetenz, Arbeitsmoral, Interesse, Lernbereitschaft und Motivation können – meiner Erfahrung nach – fehlende Hard Skills äußerst gut kompensieren oder eben das perfekte Bewerberbild komplettieren.
    Bei der nächsten Bewerbung werde ich auf jeden Fall nochmal einen Blick auf deinen Beitrag werfen!
    Liebste Grüße, Fräulein Fiete

    • Hallo Fräulein Fiete :),

      das freut mich, schön :)!

      Ich denke auch, dass in den wenigsten Fällen jemand zu 100% die Anforderungen erfüllt. Natürlich muss man die richtigen Kompetenzen mitbringen, aber der Rest ist Selbstmarketing ;). Versuche deine Stärken immer anhand von Praxisbeispielen zu belegen, somit schaffst du Transparenz bei Deinem Gegenüber :).

      Liebe Grüße,
      Janine

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