Viaje el mundo zieht um! Zukünftig auf www.bereisediewelt.de zu finden

Ihr Lieben,

Das neue Logo von bereisediewelt.de

Das neue Logo von bereisediewelt.de

ab heute findet Ihr meinen neuen Blog unter http://www.bereisediewelt.de/. Der alte Name Viaje el mundo sorgte doch hin und wieder für Verwirrung ;). Was zuerst als Testprojekt im August startete, wurde jetzt bitterer Ernst :). Um das Ganze ein wenig professioneller aufzuziehen, starte ich jetzt mit „Bereise die Welt“ voll durch. Dort werdet Ihr weiterhin spannende Reiseartikel für Vollzeitarbeitende sowie wertvolle Tipps und Beispiele für angehende, analoge Nomaden finden, um Eure Lust am Reisen auszuleben.

Der Blog-Account http://www.viajeelmundo.wordpress.com wird aufgrund des neuen Blogs in naher Zukunft still gelegt. Daher würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr mir auf „Bereise die Welt“ folgt und meine Seite natürlich liked, shared, kommentiert oder mir schreibt :)!

Danke für Eure bisherige Unterstützung!

Liebe Grüße und wir sehen/lesen uns auf bereisediewelt.de,

Janine

 

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Wie Indien mein Leben veränderte – Teil 1

Mit 21 Jahren kündigte ich meinen sicheren Job als Verwaltungsassistentin um meinen Abschluss als Ayurveda Massage Therapeutin in Indien zu absolvieren. Eine hirnrissige Idee :)? Glaub mir, selten hat sich etwas für mich so richtig angefühlt. Ob ich Angst hatte? Nicht wirklich, obwohl es meine erste Fernreise alleine war.

Ich hatte knapp 3.000 Euro zur Verfügung für Flug, Unterkunft und die Ausbildung. Den Ayurveda Massage Praktiker absolvierte bereits in meinen Urlauben in München an der Seva Akademie. Nur mit der Gewissheit danach ein freies Zimmer zu Hause zu haben und danach Arbeitslosengeld beantragen zu können, falls alles schief gehen sollte, trat ich meine Reise an. Der Flug von Hannover nach Bangalore kostete zirka 450 Euro. Spottpreis! Für den Preis musste ich allerdings auch bei der Hin- und Rückreise einiges in Kauf nehmen.

Quelle: Pixabay

Quelle: Pixabay

Zunächst flog ich mit Air France von Hannover nach Paris. Alles prima! Drei Stunden Aufenthalt, bevor es weitergehen sollte nach Mumbai! Was zuerst viel klingt, war später durch den überlasteten Flughafen und Personal sehr knapp. Am meisten machte ich mir Gedanken, ob mein Koffer tatsächlich weitergeleitet werden würde oder nicht. Vorsichtshalber ging ich zum Paketband und Tatsache….mein Koffer schleifte darum. Prompt schnappte ich ihn mir und ging zum Check-In.

Die Warteschlange war endlos, die Menschenmassen abschreckend. Es ging durch die Sicherheitskontrollen „Schuhe aus“ hieß es, was ich bis dato nicht kannte. Langsam machte sich Panik in mir breit, denn die drei Stunden waren fast rum. „Das schaffe ich nie“, dachte ich mir. Jedoch konnte ich nicht die einzige sein, die den Weiterflug nach Bangalore antrat. Shit! Genau jetzt soll der Flieger abheben. Ich betete! Das kann und darf nicht schief gehen, denn es ist mein Schritt in ein neues Leben. Gott sei Dank….der Flieger war da. Das Flugzeug wartete, aufgrund der hohen Überlastung im Flughafen und vor allem an den Sicherheitskontrollen. Was für ein Glück!

Quelle: Pixabay

Quelle: Pixabay

Mit Air India lässt es sich gut fliegen. Ich liebe indisches Essen und vor allem gab es vegetarische Gerichte, ohne das man sie im Vorfeld für einen Aufpreis anmelden musste. Überraschenderweise war ich einer der wenigen Westler in dem Flieger und die einzige alleinreisende, junge Frau. Neben einigen Amis, denn das Flugzeug kam aus den USA, waren zahlreiche Inder an Bord.

Einige sprachen mich direkt an und fragten, wohin ich will und ob ich tatsächlich alleine reise. Hier ist übrigens eine gesunde Vorsicht geboten, wenn man als Frau alleine in vielleicht nicht ganz ungefährliche Länder reist. So belanglos die Fragen sind, aber ich wurde auch vor Ort in Indien von Männern mit sehr vielen Fragen konfrontiert, die das gleiche fragten und dann auch sehr konkret wurden, ob ich denn keinen Freund hätte etc. In kritischen Ländern ist es ratsam, nie zu erzählen, dass du alleine reist, und verrate auch nie deinen Aufenthaltsort. Eine Regel, die ich auf meinen Reisen lernte und mich mit Sicherheit auch vor der einen oder anderen brenzligen Situation bewahrte. Ich gebe beispielsweise an, dass ich verlobt oder verheiratet sei, mein Mann gerade beruflich hier zu tun hat, im Moment im Hotelzimmer ist oder auf einem Meeting usw. In meinem Blogpost „Die ultimative Reisecheckliste“ gebe ich auch an, dass eine Person meines Vertrauens immer Kopien meiner wichtigsten Dokumente besitzt und stets darüber informiert ist, wo ich mich befinde.

Nach neun Stunden Flug landete ich um 23 Uhr in Mumbai. Angekommen ging es durch die strengen Sicherheitskontrollen. „Was machst du hier?“, „Was ist dein Reiseziel?“, „Es ist doch ungewöhnlich, dass eine 21-Jährige Frau alleine durch Indien reist“. Die Sicherheitsbeamten trauten den Braten nicht und filzten meinen Koffer. Ich kam mir fast ein wenig vor wie ein Terrorist. Koffer war in Ordnung, dann wurde ich selbst noch abgescannt. Ein Beamter rief seine Kollegin herbei, die mich in einen separaten Raum führte. Sie bat mich, mich auszuziehen bis auf die Unterwäsche und durchforstete meine Klamotten. Schrecklich!!! Warum dieses Misstrauen. Jedoch wusste ich, dass ich „sauber“ bin. Und so war es dann auch. Ich durfte gehen. Doch dann kam der nächste Schrecken!

„OH GOTT“ stellte ich mit Erschrockenheit fest. Der Weiterflug nach Bangalore sollte erst um 6:30 Uhr morgens sein!!! Habe ich da etwas vercheckt? Habe ich eventuell die Zeitverschiebung nicht bedacht? Oh nein!!! Was mache ich jetzt nur, was habe ich nur gedacht. Ich hatte kaum Geld, denn von den 3.000 Euro war das meiste schon bezahlt. Damals gab es keine Smartphones, geschweige eine große Auswahl an Internet-Spots. Natürlich hatte ich auch keinen Reiseführer bei mir, denn Mumbai stand als Reiseziel nicht auf meiner Agenda, sondern sollte lediglich ein kurzer Zwischenstopp sein.

Völlig planlos ging ich samt Gepäck nachts aus dem Flughafen, um mir einen Überblick zu verschaffen. Prompt entrissen mir in dem Moment zwei Männer den Koffer und sagten, ich solle Ihnen folgen, sie könnten mir weiterhelfen. Wie sollten sie mir weiterhelfen, wenn sie noch nicht mal wissen, was ich brauche oder wohin ich will? Mir war sehr mulmig und die starrenden Blicke machten mich nervös. In dem Moment riss ich den Koffer an mich und rannte zurück in den Flughafen.

Eins stand fest, Knete für ein Hotel hatte ich nicht, also machte ich es wie viele andere auch – ich übernachtete am Flughafen. Hier war ich zumindest sicher. Es gibt sogar einige Schlafsessel, die aber leider schon alle belegt waren. Der Fußboden tat es auch. Ich legte mich hin und versuchte ein wenig die Augen zu zumachen.

Doch starrende Blicke um mich herum lösten ein Unbehagen in mir aus. Ich hatte doch ein wenig Bedenken überfallen zu werden. Direkt neben mir lag ein Amerikaner. Er kam aus Texas. Leider weiß ich seinen Namen nicht mehr. Er lächelte mich an und registrierte die Blicke um mich herum. Dann sprach er mich an: „Ich passe auf dich auf. Falls du doch mal die öffentlichen Räumlichkeiten aufsuchen willst, passe ich auf deinen Koffer auf. Ansonsten versuche ein wenig zu schlafen.“ Und das tat er tatsächlich. Ich war so unendlich dankbar und froh über seine Hilfe und Freundlichkeit. Ich war in dem Moment viel entspannter. Richtig schlafen konnte ich zwar trotzdem nicht, aber zumindest bis zum Morgen ein wenig ruhen.

Gastfreundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt sind einige der kostbaren Attribute, die ich stets auf meinen Reisen erfahren habe. Die Warmherzigkeit und Offenheit hat mich teilweise überwältigt, gerade in den ärmeren Ländern, wo die Leute doch im Prinzip nichts haben. Jedoch ist der familiäre Zusammenhalt viel größer. Die Prioritäten liegen dort anders als bei uns.

 

Hast du eventuell auch schon aufregende Abenteuer auf Flughäfen erlebt? Gab es Momente auf deinen Reisen, in denen dir mulmig war oder du sogar Angst hattest?

Mein Weg ins Nomadentum – Teil 3

Im Robinson Club auf Fuerteventura fing ich als Verwaltungsassistentin an. Obwohl sich mein Traum erfüllte, in Spanien zu leben und zu arbeiten, war es dennoch nicht das Gelbe vom Ei. Denkt nicht, sie beschwert sich jetzt auf hohem Niveau! Nur Club hat mal so gar nichts mit dem wirklichen Leben geschweige mit Spanien zu tun. Die Sechstagewoche in der Verwaltung lassen nicht viel Spielraum für Freizeitgestaltung. Zumal die Arbeit im Controlling einfach zu trocken für mich war. Das passte nicht zu mir. Nach wie vor hatte ich das Gefühl ein Korsett zu tragen und mich zu verbiegen. Ich war immer noch nicht angekommen. Das Wetter war toll, aber Fuerte hat mir als Insel offen gestanden, auch nicht wirklich gefallen. Das Drumherum stimmte einfach nicht.

Obwohl ich mich nicht wohlfühlte, war diese Entscheidung dennoch die Richtige. Ich sag immer, nichts passiert ohne Grund im Leben. Das Puzzle fügt sich irgendwann zusammen.

Auf der Insel kam ich zum ersten Mal mit der Ayurveda Massage in Berührung. Ich lernte eine Ayurveda Therapeutin kennen und war völlig fasziniert von der Philosophie. Ich saugte alles auf, was mit dem Thema zu tun hatte. In meinem Urlaub flog ich für Ayurveda-Weiterbildungen nach München. Ich verspürte den Impuls etwas komplett Neues auszuprobieren. Es fühlte sich richtig an. Ich hatte wieder dieses Feuer und Flamme sein, das ich auch für das Reisen stets verspüre. Für mich stand fest, ich wollte im ayurvedischen Bereich arbeiten und es in seinem Ursprung kennenlernen.

Ayurveda-Ausbildung in indien

Ich sparte also wieder mein gesamtes Gehalt. Viele Möglichkeiten zum Geld ausgeben gab es auch nicht und Unterkunft und Verpflegung war zum Glück gestellt. Nach neun Monaten kündigte ich meinen Job auf Fuerteventura. Zu Hause hatte ich noch mein Toyota Yaris stehen, das ich verkaufte. Ich buchte mein Flugticket nach Südindien Bangalore und machte in einer Ayurvedaklinik in dem Dorf Nelamangala meinen Abschluss als Ayurveda Massage Therapeutin. Das ist die Kurzfassung. Klingt durchgeknallt? Das war es auch! Definitiv. Ich wusste überhaupt nicht, wie es danach weiter gehen sollte. Geschweige denn, was mir die Ausbildung tatsächlich bringt und wohin es geht. Ich hatte nur einen kleinen finanziellen Puffer und die Gewissheit, dass mein Zimmer bei meiner Mutter noch frei stand. Ich konnte nur nicht anders handeln. Der Drang und den Impuls, den ich innerlich verspürte, verlangte eine sofortige Veränderung. Ich habe viele Monate darüber nachgedacht und traf diese Entscheidung ganz bewusst. Ich hatte das Gefühl nicht atmen zu können und musste aus dem Hamsterrad raus….sofort.

Natürlich hätte ich mich auch mit Ängsten verrückt machen können. Gründe etwas nicht zu tun, gibt es zur Genüge. „Das hat weder Hand noch Fuß“, „Davon kann ich nicht leben“, „Wie geht’s danach weiter“ sind alles Ängste, die uns auch ausbremsen. Ängste, die uns davon abhalten unserem Bauchgefühl oder das was unser Herz uns sagt, nicht nachzugehen. Und warum? Es passt nicht ins Bild unserer nach wie vor konventionellen Gesellschaft.

Auch bei meiner Familie traf ich auf Unverständnis. Die Reaktionen waren sehr emotional, teils sehr heftig. Meine Mutter dachte, ich spinne. In Indien werde ich noch vergewaltig und abgeschlachtet. Sie war absolut gegen diese Entscheidung! Wie kann man einen sicheren Job aufgeben, knapp 3.000 Euro für eine Ayurveda-Ausbildung ausgeben, die in Deutschland noch nicht mal anerkannt ist? Zusätzlich praktizierte ich nebenbei noch Yoga und Meditation. Sie dachte, ich sei jetzt in einer Sekte. Für sie war das alles ganz schlimm. Doch für mich genauso! Es begann eine Zeit, in der wir uns nicht sehr gut verstanden hatten. Zum ersten Mal fühlte ich mich sehr einsam, denn ich stand alleine da. Es war so schade, da es auch das erste Mal war, dass ich beruflich für etwas brannte. Für mich fühlte es sich richtig an und ich wusste, mich kann dieser Weg glücklich machen, auch wenn er nicht einfach sein wird. Keine mentale Unterstützung zu erhalten, ist verdammt hart und machte mich unendlich traurig. Ich ging also diesen Weg komplett alleine. Würde ich scheitern, wüsste ich, das ich mit dem Kommentar „Ich habs dir doch gesagt“ rechnen müsste. Doch das nahm ich in Kauf. Trotz aller Widerstände, war ich entschlossen diesen Weg ganz bewusst zu gehen.

Grundsätzlich sollten natürlich alle Entscheidungen mit Bedacht und nicht unüberlegt getroffen werden. Da bin ich bestimmt kein Paradebeispiel, jedoch war ich auch erst 21 ;). Nein…als ich diese Entscheidung traf, war es kein jugendlicher Leichtsinn. Selten war ich so klar und entschlossen. Und zumindest wusste ich, trotz aller häuslichen Widerstände, stand die Tür jederzeit offen. Ich müsste nicht auf der Straße schlafen.

Finanzielle Unterstützung erhielt ich allerdings nie von der Familie, geschweige in dem Moment die Mentale. Bis heute habe ich mir alles selbst hart erarbeitet und erkämpft. Es gab dabei sehr schwere Zeiten und auf die Nase zu fallen gehört leider dazu. Es ist nicht immer alles heiler Sonnenschein. Auch auf das muss man sich einstellen, wenn man sich für diesen steinigen Weg entscheidet. Unabhängigkeit bedeutet ebenso harte Arbeit. Jedoch kann ich nur jeden raten: Wenn Dein Bauch sagt, dass fühlt sich richtig an, dann geh diesen Weg, egal was andere sagen und denken!

Hier habe ich meinen Einstieg ins Nomadentum nur kurz angerissen. Mehr Eindrücke, Erlebnisse und Tipps dazu, folgen auf jeden Fall in meinen kommenden Blogposts.

Hast Du auch das Gefühl Dich beruflich zu verbiegen? Spielst Du mit dem Gedanken Dich zu verändern? Was hält Dich derzeit davon ab? Ich freue mich auf Deine Kommentare und Meinungen dazu 🙂.